Auf Carbonsohlen über Wiesen und Felder

Am Sonntag, den 07.Juni 2026 hatten wir unseren Saisonauftakt mit den Liga-Mannschaften beim Optimum Quarterman in Bruchköbel. Dabei sind die Herren nach ihrem Aufstieg im letzten Jahr nun die zweite Saison in der 1. Hessenliga gestartet und die Frauen steigen nach 6-jähriger Pause (die letzte Liga-Mannschaft ist 2019 an den Start gegangen) in der 2. Hessenliga wieder in das Liga-Geschehen ein.

Da die beiden Wettkämpfe erst für die Mittagszeit angesetzt waren, bestand am Wettkampfmorgen kein Grund zur Eile und es ging gemütlich ausgeschlafen, gefrühstückt und wohl bepackt los nach Bruchköbel. Dort haben wir uns mit etwas Vorlauf getroffen, um noch die Wettkampfbesprechung mitnehmen zu können und auch den Rad Check-In ohne Zeitdruck zu absolvieren. Nach kurzer Überlegung, ob die Schuhe nun doch am Rad bleiben, Einschmieren dergleichen mit Vaseline und wieder einpacken der gerade hingelegten Handtücher (diese durften zwar beim “normalen” Wettkampf, nicht aber in der Liga verwendet werden), stieg dann auch nach und nach die Aufregung und Anspannung.

Parallel waren in Hamburg unsere drei Starter beim IronManschon auf der Strecke. Ulli, Richard und Kai haben sich der langen Distanz gestellt – und diese fulminant bezwungen. Leider hatte auch Kai, wie viele andere Athleten auch, Kontakt mit den Metallsplittern auf der Radstrecke gehabt, was zu Reifenpannen und Wartezeiten am Mechaniker-Zelt geführt hat. Trotzdem ist er, genauso wie die anderen in Hamburg durch das Ziel gelaufen - “You are an IronMan!”

Für die Frauen ging es um 12:50 Uhr an den Start, bzw. Ins Becken, wo die 500 m Schwimmen absolviert werden sollten. Während wir mit Isa, Sina und Sophie drei starke Schwimmerinnen im Team haben, war es bei Vera bereits abzusehen, dass das eine etwas zähe Geschichte werden wird. Isa hat in T1 bereits 10 Plätze gutmachen können und ist sehr schnell vom Schwimmen aufs Rad gekommen. Vera kam mit ca. 2 Min Rückstand aus dem Wasser und hat ihre Aufholjagd dann auf dem Rad begonnen. Bei Kilometer 3 waren die ersten 6 Konkurrentinnen eingeholt, bis zum Ende der Radstrecke waren es 20 und die Lücke zu den anderen weitestgehend geschlossen. Immerhin hat der Gegenwind auf der hügeligen Strecke alle gleichermaßen erwischt und verlangsamt.

Weiter ging es mit aus den Schuhen “ausgeschlupften” Füßen in T2 und auf noch etwas wackeligen Beinen rein in die Laufschuhe. Ein kurzer Zuruf von unserem Trainer Robert “die andern sind nur kurz vor dir!” und das letzte “Drittel” der Quälerei beginnt – und das Zweifeln an der eigenen Schuhwahl. Sollten die Carbonschuhe doch eigentlich noch die letzten paar Extra-Sekunden rausholen, haben sie sich hier eher als tückisch herausgestellt. Bei der Wendepunktstrecke, die es zweimal zu absolvieren galt, ging es lange Stücke über eine Wiese. Und mit “Wiese” ist in diesem Fall wirklich Wiese und nicht ein geschotterter Wiesenweg gemeint. Die angepeilte Pace war zunehmend utopisch mit nach links und rechts knickenden Knöcheln und weichen Knien nach 1 Wettkampfstunde bei 173 Herzfrequenz. Auch nicht besser machte es, als unsere Männer in Sicht kamen und trotz deren Startzeit 20 Min nach uns, nach und nach an uns vorbeizogen... hat etwas gedauert, bis die Erkenntnis kam, dass diese trotzdem “noch” eine Runde hinter uns sind. Sehr beeindruckend, Männer! Nach 5,2 km Quälerei über Wiesen, Bordstein hoch und wieder runter, quer über die Straße und wieder Bordstein hoch und runter, Ellenbogen an Ellenbogen mit entgegenkommenden AthletInnen ging es dann Richtung Ziel, wo wir Damen mit Platz 8 (Isa), 12 (Vera), 13 (Sophie) und 15 (Sina) aufgereiht wie an einer Perlenkette eingelaufen sind. Damit hätten wir unseren lieben Trainer Robert fast Lügen gestraft, der uns mit “auf’s Treppchen schafft ihr esheute eh nicht” motiviert hat, an dem wir am Ende nur um einen Punkt vorbeigeschrapst sind.

Kurz danach flogen die Herren über die Ziellinie und der sich doch zunehmend füllende Zielbereich wirkte doch etwas zu kurz für’s Auslaufen. Glückwunsch an euch, ihr könnt auf eure Plätze 23 (Daniel), 32 (Manni), 36 (Jan), 37 (René) und 38 (Joe) ebenfalls richtig stolz sein!

Es war richtig schön, den ersten Wettkampf der Saison (und dann auch alle folgenden) gemeinsam mit beiden Mannschaften zu bestreiten und somit auch entsprechenden Support vor dem Start und an der Strecke zu haben und sich im Anschluss bei Kohlenhydraten und Getränken über Höhen und Tiefen auszutauschen. Zudem sind wir nun alle in einheitlicher Vereinskleidung unterwegs, was dem Zugehörigkeitsgefühl nochmal weiter zuträglich ist. Vielen Dank auch an die Supporter, die extra für unsere Starts nach Bruchköbel gekommen sind und die 45 Min Fahrt pro Weg auf sich genommen haben!

Schön und anstrengend war’s der Muskelkater wird uns wohl noch ein paar Tage begleiten.

Vera Kleemann

 

Zurück