Gesamtsieg beim 10 Freunde Triathlon in Darmstadt
Voller Erfolg für Merck und SF Tria Roßdorf beim 10-jährigen Jubiläum
Der 10 Freunde Triathlon in Darmstadt gehört seit Jahren fest zum regionalen Wettkampfkalender. Am vergangenen Sonntag feierte die Veranstaltung ihr 10-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass verzeichnete der Wettkampf eineRekordbeteiligung. Über den gesamten Tag verteilt gingen alle 15 Minuten neue Startwellen auf die Strecke, von 8:00 Uhr morgens bis 18:00 Uhr am Abend. Insgesamt erreichten am Sonntag, den 6. September 2026, 4.275 Athletinnen und Athleten das Ziel.
Das Wettkampfformat ist einzigartig und richtet sich an Sportlerinnen und Sportler aller Leistungsstufen. Alle Mitglieder der zehnköpfigen Teams absolvieren jeweils zehn Prozent einer Ironman-Langdistanz: 380 Meter Schwimmen, 18 Kilometer Radfahren und 4,2 Kilometer Laufen. Die Einzelzeiten werden anschließend addiert und ergeben gemeinsam die Ironman-Gesamtzeit des Teams.
Im Vergleich zu vielen anderen Triathlonveranstaltungen ist die Einstiegshürde deutlich geringer. Geschwommen wird im 50-Meter-Freibad, die Radstrecke besteht aus vier Runden und Zeitfahrräder sind nicht zugelassen. Dadurch entstehtein bunt gemischtes Teilnehmerfeld mit unterschiedlichsten Leistungsniveaus, was einen großen Teil des besonderen Charmes dieser Veranstaltung ausmacht.
Natürlich spielt auch der sportliche Wettbewerb eine wichtige Rolle. Viele Teams werden von ihren Unternehmen unterstützt, und jedes Jahr treten Mannschaften von Firmen wie Merck, Lufthansa oder Entega gegeneinander an, um am Ende des Tages ganz oben auf dem Podium zu stehen. Die Firmenzugehörigkeit ist meist bereits anhand der Teamfarben erkennbar. So erhält jedes Überholmanöver auf der Strecke eine zusätzliche Bedeutung. Besonders die Atmosphäre macht den Reiz des 10 Freunde Triathlons aus. Durch den Rundkurscharakter sind Zuschauerinnen und Zuschauer praktisch überall präsent. Schon beim Schwimmen lässt man sich von der Begeisterung entlang des Beckens mitreißen, und auch auf der Rad- und Laufstrecke reißt die Unterstützung nicht ab. Die meisten Athletinnen und Athleten erhalten einen zusätzlichen Motivationsschub, wenn sie ihren Namen hören. Beim 10 Freunde Triathlon passiert das gefühlt im Minutentakt. Die Adrenalinkurve bleibt dadurch vom Start bis weit nach dem Zieleinlauf konstant hoch.
Eine persönliche Verbindung zum Wettkampf
Für mich persönlich hat der 10 Freunde Triathlon eine ganz besondere Bedeutung. Es war der erste Triathlon, an dem ich überhaupt teilgenommen habe. Das war im Jahr 2015, lange bevor ich mich intensiver mit dem Triathlonsportbeschäftigt habe.
Damals fragte mich jemand aus meiner Abteilung, ob ich nicht Lust hätte mitzumachen. Die Idee klang spannend und so sagte ich spontan zu. Zu diesem Zeitpunkt besaß ich nicht einmal ein Rennrad und war zuvor noch nie auf einemgefahren. Also fragte ich im Kollegenkreis nach und lieh mir schließlich ein altes Rennrad aus, das mehrere Jahre ungenutzt in einer Garage gestanden hatte. Entsprechend war sein Zustand: festgerostete Teile, platte Reifen und eineSchaltung, die nur bedingt funktionierte. Mit etwas Pflege und einer gründlichen Reinigung brachte ich das Rad jedoch wieder soweit in Schuss, dass es zumindest schneller war als mein Alltagsfahrrad.
Wie ich mich während oder direkt nach diesem ersten Wettkampf gefühlt habe, weiß ich heute nicht mehr genau. Offensichtlich hat das Erlebnis jedoch einen bleibenden Eindruck hinterlassen und mein Leben für das folgende Jahrzehntgeprägt. Kurz darauf kaufte ich mein erstes eigenes Rennrad und begann, nach weiteren Wettkämpfen Ausschau zu halten. Ich beschäftigte mich immer intensiver mit dem Sport und suchte nach Möglichkeiten, mich zu verbessern. Etwa einJahr später trat ich schließlich dem SF Tria Roßdorf bei.
Taktik, Teamwork und ein perfekter Wettkampftag
Im Vergleich zu den meisten anderen Triathlons unterscheidet sich die Strategie beim 10 Freunde Triathlon deutlich. Taktische Überlegungen spielen eine wesentlich größere Rolle, da das gemeinsame Fahren im Windschatten auf der Radstrecke erlaubt ist. Auf diese Weise lässt sich viel Zeit gewinnen und gleichzeitig wertvolle Energie für den abschließenden Lauf sparen.
Hinzu kommt eine vergleichsweise große und lebhafte Wechselzone. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl treffen dort Athletinnen und Athleten aufeinander, die entweder gerade in den Wettkampf einsteigen oder ihn bereits absolvieren. Wer hier die Übersicht verliert, kann schnell wertvolle Sekunden einbüßen. Gerade beim Ein- und Auslaufen in die Wechselzone ist höchste Konzentration gefragt. Rennen werden nicht selten in der Wechselzone gewonnen oder verloren.
Im Triathlon gibt es zahlreiche Faktoren, die einen Wettkampf negativ beeinflussen können: ein zu hohes Anfangstempo, Staus auf der Strecke, Krämpfe, Seitenstechen oder Dehydrierung. Doch manchmal gibt es diese besonderen Tage, andenen einfach alles funktioniert. Für mich war der vergangene Sonntag genau ein solcher Tag.
Bereits beim Schwimmen fand ich schnell meinen Rhythmus und konnte mich direkt hinter meinem Kollegen Timo einordnen. Gemeinsam meisterten wir auch die Überrundungen ohne nennenswerten Zeitverlust. In der ersten Wechselzoneerreichte ich mein Rad problemlos und konnte mich kurz darauf wieder mit Timo zusammentun. Auf der Radstrecke wechselten wir uns etwa alle 30 Sekunden in der Führungsarbeit ab und hielten so ein hohes Tempo aufrecht. Trotz des dichten Verkehrs auf der Strecke, einiger enger Kurven und sogar einer Unfallstelle verloren wir nur wenig Zeit.
Bei jeder Runde entlang der Wechselzone wurden wir von einer regelrechten Wand aus Anfeuerungsrufen empfangen. Die Stimmung war außergewöhnlich.
Auch auf der Laufstrecke fühlte sich das Rennen von Beginn an gut an. Bereits nach wenigen hundert Metern war klar, dass ein starkes Tempo möglich sein würde. Zwar spürte ich die Belastung der beiden vorangegangenenRennwochenenden in Viernheim und Münster in den Beinen, doch ich fand schnell einen kontrollierten und gleichmäßigen Rhythmus. Jeder Triathlet kennt dieses Gefühl: Die Anstrengung und der Schmerz gehören dazu und werden beihohem Tempo eher zu einem Begleiter als zu einem Hindernis, besonders wenn das Ziel bereits in Sichtweite rückt.
Im letzten Kilometer erhöhte ich das Tempo noch einmal, um wirklich alles aus mir herauszuholen und keine Zeit auf der Strecke liegen zu lassen. Als ich schließlich die Ziellinie überquerte, hörte ich den Sprecher verkünden, dass ich bis zudiesem Zeitpunkt die schnellste Tageszeit erzielt hatte.
Das kam völlig überraschend. Meine Erfahrung aus Lauf- und Triathlonveranstaltungen lautet normalerweise: Egal wie schnell man selbst ist, es gibt immer jemanden, der noch schneller ist. Diesmal war ich jedoch dieser Jemand.
Einen Gesamtsieg bei einer Veranstaltung zu erringen, ist ein ganz besonderes Gefühl. Im Triathlon ist mir das erst zum zweiten Mal gelungen.
Erfolgreicher Tag für die Merck-Teams
Abgerundet wurde dieser denkwürdige Wettkampftag durch den Erfolg der Merck-Mannschaften. Sowohl das Männer- als auch das Frauenteam sicherten sich den Gesamtsieg in der Teamwertung.
Die Merck Power Women gewannen mit deutlichem Vorsprung vor dem Team Fräulein Triathlon-Flamingo Girls. Bei den Männern setzten sich die Merck All Stars mit lediglich vier Minuten Vorsprung gegen das Team EntegaKlimachampion durch.
In beiden Siegerteams standen auch mehrere Mitglieder des SF Tria Roßdorf am Start.
Hier die Zeiten aller Starterinnen und Starter des SF Tria Roßdorf (egal ob Merck oder nicht Merck)
| Name | Gesamtzeit | Gesamtplatzierung |
| Simon Siemianowski | 00:53:44 | M1 |
| Joachim Czerny | 00:58:39 | M40 |
| Heinrich Becker | 01:01:42 | M125 |
| Jan Selonke | 01:01:55 | M142 |
| Fabian Acker | 1:06:46 | M450 |
| Isabelle Czerny | 1:00:42 | W3 |
| Verena Muschwitz | 1:01:47 | W8 |
| Sophie Popfinger | 1:02:14 | W10 |
| Gina Walter-Bausch | 1:02:41 | W12 |
| Sina Catterwell | 1:04:24 | W22 |
Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten zu diesen großartigen Leistungen!
Autor und Fotos: Simon Siemianowski