Heinerman 2026 - Bei 37°C durch Wald und Felder
Wettkampfberichte Heinerman 2026 - Bei 37°C durch Wald und Felder
Bericht von Sebastian über die Olympische Distanz
Nachdem ich am Wochenende zuvor meinen aller ersten Triathlon im Arheilger Mühlchen absolvierte, stand am 28.06.2026 der Heinerman auf dem Programm.
Mein zweiter Triathlon und dann auch gleich die olympische Distanz. Man möchte sich ja steigern.
Nachdem es im Vorfeld mit der Sperrung des Woogs etwas hin und her ging (erst die Sperrung wegen Blaualgen, aus dem Triathlon wird ein Duathlon, dann doch die Rolle rückwärts), ging es am Sonntagmorgen erst zum Bike Check-In und in die Wechselzone.
Die zu erwartenden Temperaturen und meine doch recht überschaubare Erfahrung mit Wettkämpfen ließen die Aufregung ins unermessliche steigen.
Hier muss ich mich ganz klar bei Trainier Robert und allen anderen Vereinskolleginnen und Kollegen bedanken, die mir im Vorfeld viele hilfreiche Tipps gaben. So konnte ich mich dann doch recht gut auf das fokussieren, was also gleich auf mich zukommen sollte.
Bei der Wettkampfbesprechung wurde dann versucht etwas Klarheit in den Schwimmkurs zu bringen. Nach dem zweiten Anlauf hatte ich den Zick-Zack Kurs im Woog dann aber auch verstanden.
Es konnte also losgehen. 1,5km Schwimmen, 40km auf dem Rad und 10km Laufen lagen nun zwischen mir und der Ziellinie.
Beim Schwimmen habe ich mich relativ weit vorne positionieren können, um dem Cut-off auf der Radstrecke (11:00 Uhr) nicht zu nahe zu kommen.
Der Schwimmeinstieg und die ersten Meter waren ziemlich chaotisch. Jetzt weiß ich auch warum Triathlon doch ein Kontaktsport ist.
Ich konnte aber relativ schnell meinen Rhythmus finden und war sehr erstaunt wie gut ich das Schwimmen hinter mich gebracht habe.
Also ging es nun in die Wechselzone und aufs Rad. Die Radstrecke, die vielen tollen Menschen am Straßenrand und die generelle Atmosphäre waren super und extrem motivierend. Hier wurde mir zum ersten Mal klar wie viel Spaß das Ganze macht und was mir dieser Sport gibt.
Zu guter Letzt wurden die Laufschuhe gebunden, nochmal ein Gel inhaliert und das Mindset auf die hohen Temperaturen eingestellt. Auf der Laufstrecke gab es zum Glück zahlreiche Verpflegungsstationen die ausreichend Wasser für die Athletinnen und Athleten bereitgestellt haben. Es war auch sehr beruhigend zu sehen, dass ich nicht alleine mit meinen Qualen war.
So gingen dann auch die 10km auf der Laufstrecke recht gut zu Ende bevor der langersehnte Moment dann tatsächlich kam.
Der Gang über die Ziellinie.
Begleitet von jubelnden Cheerleadern habe ich diesen Moment regelrecht aufgesogen und war zwar ziemlich fertig, aber bestimmt auch einer der glücklichsten Menschen in Darmstadt.
Mit einer Schwimmzeit von 46:14, einer Radzeit von 1:34:11 und einer Laufzeit von 1:15:02 + 2x Wechselzone, kam ich also ins Ziel mit einer Gesamtzeit von 3:51:15. Sicherlich keine super schnelle Zeit, aber meine drei persönlichen Ziele habe ich erreicht.
- Über die Ziellinie kommen
- Am besten in unter 4 Stunden
- Maximalen Spaß haben
Unterm Strich bin ich sehr stolz auf meine Leistung und sehr froh und dankbar, dass ich diese neue Leidenschaft mit so vielen tollen Menschen und einem noch tolleren Verein, dem SF Tria Roßdorf, teilen und genießen darf. Das macht definitiv Lust auf mehr und ich freue mich jetzt auf die nächsten Wettkämpfe.
Vielen Dank und mit sportlichen Grüßen,
euer Sebastian
Bericht von Vera über die Sprint Distanz
Mein Tag begann etwas später als der von Sebastian, der bereits um 7:40 Uhr an den Start ging, ich hatte noch bis 9:00 Uhr Zeit. So konnte ich mir noch mit dem Rad in der Hand schon die Wettkampfbesprechung der Olympischen Distanz anhören, da unsere für die Sprint Distanz wohl ähnlich aussehen würde. Bei 30,5 °C Wassertemperatur hat sich die Frage dann auch von selbst erledigt, ob wir einen Neoprenanzug tragen dürfen oder nicht.
Irgendwann war die Startnummer abgeholt, das Bike eingecheckt und es ging Richtung Schwimmstart. Ich habe mich in der Mitte vom Feld eingereiht, um nicht den Weg suchen zu müssen, aber auch nicht als letzte aus dem Wasser zu gehen. Das Orientieren im Wasser war noch etwas ungewohnt, hat aber gut geklappt und mit einer entspannten Schwimmzeit ging es dann nach 750 m raus aus dem Wasser und rauf auf das Rad.
Radfahren ist meine stärkste Disziplin und auf meiner Heimstrecke, die regelmäßiger Teil meiner Ausfahrt ist, verflogen die Kilometer und die Anstiege fühlten sich gut an. Ergebnis war eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 31,5 km/h auf der 20 km langen Strecke vom Woog am Oberwaldhaus vorbei Richtung Dieburg. Mit Ausblick auf die sehr sonnige Laufstrecke habe ich hier aber versucht noch ein paar Kräfte zu sparen und mich nicht komplett zu verausgaben.
Es kam wie vermutet und der Lauf war von Beginn an zäh. Auf dem Weg zum Oberfeld wurden wir von vielen netten Anwohnern und Passanten mit Wasserspritzen und Gartenschläuchen gekühlt, aber die Sonne brannte auf den Feldwegen auf uns herunter. Mittlerweile sind einige Athleten schon zum Gehen übergegangen und ein gesundes Durchkommen war das Hauptziel. Am Ende war ich sehr überrascht gewesen, meine AK W30 gewonnen zu haben und als 6. Frau insgesamt ins Ziel gekommen zu sein. Vielen Dank an Sebastian, der geduldig die Wartezeit bis zur Siegerehrung mit mir verbrachte.
Mein Fazit des Tages ist aber, dass es mir deutlich “leichter” fällt, bei einem Wettkampf alles zu geben, wenn ich für unser Team starte und nicht “nur” für mich.
Viele Grüße,
Vera